
Da gibt es Kräuter zu riechen, Beeren zu naschen, Gemüse zu ernten, Blüten abzuzeichnen, Vogelgesang zu lauschen und Insekten zu beobachten, Bodenphysik und Stoffkreisläufe zu verstehen… Die Vielfalt an Themen, die sich in einem Garten unter Einbezug aller fünf Sinne aufgreifen lassen, ist unerschöpflich.
Damit Lehrpersonen dieses Potenzial möglichst gut ausschöpfen können, hat die PHBern in Kooperation mit «Bern ist Bio» und der Oekonomischen Gemeinnützigen Gesellschaft Bern (OGG Bern) vor zwei Jahren damit begonnen, einen Bildungsgarten anzulegen.
Entdecken und Experimentieren im Bildungsgarten
Über die PHBern können Lehrpersonen Weiterbildungskurse buchen, in denen sie Inspiration und Wissen zu Gartenbau, Gartenpädagogik und vielen weiteren Themen erhalten. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Bildung für nachhaltige Entwicklung gemäss Lehrplan 21.
Der Bildungsgarten liegt am Standort Weltistrasse beim Institut für Weiterbildung und Dienstleistungen der PHBern.
Gleichzeitig entsteht im Garten eine Anbindung an die physische Realität als willkommener Ausgleich zur Digitalisierung. Zudem kann der Garten als Lernraum laut Jürg Arpagaus auch für die Förderung überfachlicher Kompetenzen genutzt werden.
«Der Bildungsgarten ist ein Ort, wo man vieles entdecken kann und vielfältig experimentiert werden kann», sagt Jan Egger, der als Dozent der PHBern den Bildungsgarten betreut. «Wichtig ist mir ein Zugang und ein Lernen über eigene Erfahrungen und Erlebnisse und nicht über Belehrung. Das Handeln und die sinnliche, sinnhafte und sinnvolle Erkundung und Aneignung stehen im Vordergrund.»
«Wir unterstützen den
Bildungsgarten als
Lern- und Begegnungsort, an dem Nachhaltigkeit ganz praktisch erlebbar wird.»
Lorenz Probst, Co-Projektleiter «Bern ist Bio»
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OGG Bern und «Bern ist Bio» – Nachhaltige Kooperation
Für die OGG Bern ist Bildung zu nachhaltigen Ernährungssystemen ein zentrales Thema.
«Beim Bildungsgarten gibt es wertvolle Synergien mit Projekten wie den Gemüsetruhen oder dem Weltacker», sagt Geschäftsführer Franz Hofer. «Statt in Konkurrenz zu treten, legen wir unsere Ressourcen zusammen, um maximale Wirkung zu erzielen.»
So sind Impulse aus der OGG Bern in die Ausgestaltung des Kursprogramms eingeflossen. Marianne Widmer, Bildungsverantwortliche im Stiftsgarten der OGG Bern, tritt neben anderen als Kursleiterin auf. Im Bildungsgarten stehen auch Gemüsetruhen der OGG – ein interessantes Angebot für diejenigen Lehrpersonen, für die ein eigener Schulgarten mangels Platz oder anderer Ressourcen nicht realisiert werden kann.
«Der Garten ist ein Anziehungspunkt für Lehrpersonen», sagt Marianne Widmer. «Auch diejenigen, die keinen Gartenkurs gebucht haben, verbringen gerne ihre Pausen draussen.»
Auch bei «Bern ist Bio» liegt ein Schwerpunkt auf dem Bildungsbereich, um die Wertschätzung für Berner Bio-Produkte zu stärken und das Verständnis für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und Ernährung zu fördern.
Gemeinsamer Start in die kalte Jahreszeit
Durch die finanzielle Unterstützung von «Bern ist Bio» und der OGG Bern konnten im Bildungsgarten unter anderem Fachpersonen für die Co-Leitung von Kursen beigezogen werden. Aber auch die Arbeitsstunden von Studierenden für den Aufbau des Gartens konnten entlöhnt werden. Dieses Jahr entstanden unter anderem Sandlinsen und weitere Elemente zur Erhöhung der Biodiversität.
«Der Garten wird nie fertig», sagt Jan Egger, «und das darf er auch nicht. Er soll sich laufend weiterentwickeln.»
Während die Pflanzen im Garten sich nun nach und nach in den winterlichen Ruhezustand begeben, tritt die Kooperation zwischen PHBern, «Bern ist Bio» und OGG Bern in Kürze nochmals öffentlich in Aktion: An einem Workshop an der SwissDidac zeigen die drei Organisationen gemeinsam, wie ein Schulgarten als inspirierender Lernort genutzt werden kann.
Dieser Blogbeitrag wurde von Niklaus Salzmann der OGG Bern in Zusammenarbeit mit Jan Egger von der PHBern verfasst und erschien ursprünglich auf dem Blog der PHBern.

