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Alexandra, du bist Umweltbildnerin. Was genau kann man sich darunter vorstellen?

Umweltbildung bedeutet für mich, Menschen einen bewussteren und wertschätzenderen Umgang mit Natur und Umwelt zu vermitteln – praxisnah und alltagsbezogen. Es geht darum, ökologische Zusammenhänge verständlich zu machen, eigene Handlungsspielräume zu erkennen und nachhaltige Lebensstile zu fördern – ohne Moralkeule, dafür mit viel Begeisterung, Neugier und vielen Aha-Erlebnissen.

Was bietest du mit deiner Firma hirundo konkret an?

Ich vermittle Wissen rund um Artenkenntnisse, Ernährung, Biodiversität und Ornithologie – mit Workshops, Kursen und Teamevents. Dabei geht es oft raus in die Natur oder an den Esstisch – je nach Thema.

Woraus bestehen solche Kurse und Events?

Statt Pizza und Bowling biete ich beispielsweise für Teams einen kulinarischen Waldspaziergang inklusive Wald-Apéro an. Wir entdecken Tiere, die im Wald leben und stellen unseren Apéro aus gesammelten Zutaten aus dem Wald zusammen. Aus den Knospen des Spitzwegerichs kann man zum Beispiel einen pilzartigen Snack herstellen. Ausserdem biete ich an, am Morgen ein Vogelkonzert zu besuchen. Oder in einem Kurs zum Thema Biodiversitätsförderung werfen wir einen Blick in unsere Gärten und Balkone: keine Fläche ist zu klein, um Insekten zu fördern. Ich will zeigen, dass Umweltbildung spannend, genussvoll und absolut alltagstauglich ist.

«Es geht darum, ökologische Zusammenhänge verständlich zu machen, eigene Handlungsspielräume zu erkennen und nachhaltige Lebensstile zu fördern.»

Alexandra Erb, Umweltbildnerin

Wie kamst du zu diesem Beruf?

Ursprünglich habe ich Drogistin gelernt. Dieser Beruf hat mein Interesse an (Heil)pflanzen geweckt. Während meines Studiums zur Umweltingenieurin habe ich den Schwerpunkt Umweltbildung gewählt – und gemerkt: Das ist genau mein Ding. Die Begeisterung war da, und ich habe festgestellt, dass es bei den Menschen gut ankommt, was ich ihnen vermittle. 

Bevor du dich selbständig gemacht hast, hast du ein Praktikum bei «Bern ist Bio» absolviert. Was hast du aus dieser Zeit mitgenommen?

Bio ist tief in mir verankert. Das Praktikum hat das verstärkt. Ob bei der Wahl der Lebensmittel, dem sorgsamen Umgang mit Ressourcen oder bei der Reflexion über den eigenen Lebensstil: Ich versuche, wo immer möglich, den Bio-Aspekt einzubinden. Zum Beispiel im Ernährungskurs, den ich anbiete. Wir reflektieren dabei unsere eigenen Ernährungsgewohnheiten und suchen gemeinsam nach ökologischen Alternativen. Ausserdem erhielt ich während des Praktikums einen tiefen Einblick in die Online-Kommunikation. Daraus konnte ich viel mitnehmen für den Aufbau meiner Firma.

Was möchtest du den Teilnehmenden mit auf den Weg geben?

Ein neues Bewusstsein für die Natur – ohne erhobenen Zeigefinger. Es geht um Inspiration, Genuss und darum, selbst aktiv zu werden. Nachhaltigkeit darf Spass machen!

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